Warum Social Media krank macht

„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich nicht permanent gechattet, Mails beantwortet oder Bilder geschossen habe.“

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich nicht permanent gechattet, Mails beantwortet, Bilder geschossen oder in meiner liebsten Position, nahezu liegend und mein Handy in der Hand, im Bett gelegen oder auf der Couch gesessen hab. Ich kann mich einfach nicht erinnern, mit jemandem  einen ganzen Tag verbracht zu haben, ohne einmal auf das Handy gesehen zu haben. Klar, das kann auch am „Wetter“ oder sonstwas liegen – glaube ich aber nicht. Ich bin einfach viel zu oft und ständig abgelenkt.

Ich sitze in der Arbeit, mache ein Foto, lade es bei Instagram als Story hoch. Ich bin am Strand in Griechenland, frage meinen  Freund: „Kannst du bitte ein Foto machen?“ Ich frage nicht nur einmal. Lade es bei Instagram als Posting hoch. Und ab in die Story. Es ist eine Ausstellungseröffnung, ich bin ebenfalls Ausstellerin und Leihgeberin zweier Objekte. Lese nicht die Tafel, fotografiere sie nur. Instagram. Danach noch Facebook, Karrierecontent lässt sich auch da posten.

In die Girlsgruppe bei WhatsApp noch schnell das Essen posten. Hauptsache Bildercontent, sie sollen sehen, was ich Tolles mache. Als Antwort bekomme ich ebenfalls Bilder, von vollen Schreibtischen, vom Bett, vorm Fernseher. Jeder zeigt kurz, hey, das mache ich. Das esse ich gerade, schön angerichtet und healthy.

Wenn ich es mal so klar aufschreibe – es ist schon krank. Und viele denken vielleicht jetzt: Oh je, oh je, die ist ja völlig durch. Puh, zum Glück bin ich kein solcher Junkie. Mir fallen aber auf Anhieb 20 Menschen ein, die ganz ähnlich ticken. Oder 200, die ich von Instagram kenne.

Es gab schon einige vor mir, die über die heile, glitzernde, krankmachende Instagramwelt geschrieben haben.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich nicht ganz selbst darauf kam, dass Social Media mein größtes Problem ist. Schrecklich-wahrer Satz. Gar nicht so einfach, den so stehen zu lassen. Aber ich muss ehrlich sein. Ich saß vor Wochen mal im Wartezimmer beim Arzt, weil ich krank war (nicht durch aufs iPhone gucken, ich schwöre es) und hatte vorher natürlich, wie fast zehnminütlich, Instagram, WhatsApp und aus Gewohnheit noch kurz Facebook gecheckt.

Wir sind 24/7 erreichbar. Und wenn das Handy vibriert, können wir es kaum erwarten, draufzuschauen. Wir sehen Menschen beim Spasshaben und beim Schönsein zu. Wir sehen Partys, Hotels, Reisen, glasklares Wasser und glasklare Haut. Wir sehen bearbeitete Bilder, bearbeitetes Glück. Wir haben hunderte Facebook Freunde, tausende Followers auf Instagram aber nur etwa zwei echte Freunde im realen Leben. Wir verwechseln das echte Leben mit der Inszenierung.

Auch Whatsapp hat so seine Tücken. Schnell mal eine Nachricht hier, schnell mal eine da. Und aus ein paar Sekunden können Stunden werden. Dies kann sogar so weit gehen, dass das Handy im Dauerbetrieb ist. Warum schreibt er/sie mir nicht zurück? Hab ich vielleicht eine neue Nachricht ? Fragen die sich wahrscheinlich jeder schon mal gestellt hat. Aber was wenn es nicht nur manchmal so ist, sondern diese Fragen zum Dauerzustand werden ?

Survival Tipp von mir – wie du dem Social Media Wahn entkommst:

Geh mit deinen Freunden essen und fotografier es nicht.

Über dieses Thema spricht jetzt auch die liebe Lorena auf Ihrem Blog und teilt Ihre Erfahrungen mit euch. http://www.passionatelover.at

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s